Angenehm zu wissen wo es herkommt
 

Pflanzenproduktion

Bewegung auf den Wiesen – So entsteht Grassilage

Jedes Jahr im Frühsommer starten wir in die Grassilage‑Saison. Damit unser Winterfutter hochwertig, sauber und sicher ist, steckt hinter der Ernte eine ganze Reihe von Arbeitsschritten. Hier bekommen Sie einen kleinen Einblick, wie wir arbeiten – vom Rehkitz bis zur fertigen Silage.

LWU: Grassilage - Rehkitzsuche


Bevor wir mähen, kontrollieren wir unsere Wiesen mit Drohne und Wärmebild. So finden wir Rehkitze, die sich im hohen Gras verstecken. Diese werden gesichert und mit einem Korb abgedeckt, damit sie nicht zurücklaufen.

Unsere Wiesen sind Lebensraum – und wir passen gut darauf auf.

Unsere Wiesen sind die Salatschüssel unserer Tiere. Leider landen dort immer wieder Dinge, die im Futter nichts zu suchen haben – Plastik, Hundespielzeug, Müll oder Hundekot. Für unsere Kälber und Rinder kann das gefährlich werden.

Darum unsere Bitte: Wiesen sind keine Spielplätze und keine Müllhalden. 

Danke fürs Rücksichtnehmen!

LWU: Grassilage - Feldetikette


LWU: Grassilage - Schnittzeitpunkt


Für gute Grassilage kommt es auf das richtige Timing an.
Kurz vor der Blüte stehen Energie, Protein und Rohfaser im optimalen Verhältnis – genau dann ist der beste Zeitpunkt für den ersten Schnitt.
Warum das wichtig ist:

  • Je länger das Gras steht, desto mehr Rohfaser bildet sich.
  • Gleichzeitig sinken Energie und Eiweiß.
  • Ist das Gras dagegen zu kurz, fehlt schlicht die Menge fürs Silo.
  • Der optimale Zeitpunkt lässt sich sogar beproben – so weiß man genau, wann das Gras am wertvollsten ist.

Auch die Grasart spielt eine Rolle:

  • Deutsches Weidelgras z. B. ist ein Hochzuckergras – perfekt für die spätere Milchsäuregärung, weil Zucker beim Silieren abgebaut wird.

So entsteht am Ende eine Silage, die gut gärt, stabil bleibt und unsere Tiere optimal versorgt.

Damit die Erntekette reibungslos läuft, muss das gemähte Gras sauber zusammengelegt werden. Genau dafür sorgt der Schwader: Er legt das Futter luftig, gleichmäßig und schonend ab – eine wichtige Grundlage für eine gute Silagequalität.

Unser 4‑Kreisel‑Schwader arbeitet mit rund 12 Metern Arbeitsbreite. Dadurch entstehen breite, gleichmäßige Schwaden, die der Häcksler später mühelos aufnehmen kann. Das spart Zeit, reduziert Überfahrten und sorgt dafür, dass das Gras frisch und sauber ins Silo gelangt.

So entsteht ein gleichmäßiger Arbeitsfluss vom Schwaden bis zur Silierung – ein wichtiger Baustein für hochwertiges Winterfutter.

LWU: Grassilage - Schwaden


LWU: Grassilage - Häckselkette


Der Feldhäcksler zerkleinert das Gras und fördert es in die Transportwagen. Gleichzeitig werden Milchsäurebakterien als Siliermittel injiziert – eine wichtige Grundlage für eine stabile Vergärung.

Damit alles passt, muss die gesamte Kette perfekt abgestimmt sein: Nur so kann das Gras gleichmäßig anwelken und den gewünschten Trockensubstanzgehalt von 30–40 % erreichen, bevor es ins Silo kommt.


Schicht für Schicht wird das Gras festgefahren, damit kein Sauerstoff bleibt. Danach wird das Silo luftdicht abgedeckt – ein entscheidender Schritt für die Qualität

LWU: Grassilage - Silobefüllung



Fertige Grassilage



Nach einigen Wochen Gärzeit ist die Silage stabil, nährstoffreich und bereit für die Fütterung. Ein wichtiger Baustein für gesunde Kühe und starke Kälber.

Alle wollen in die Natur

 Wir übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt

Etwa 1685 Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Großerkmannsdorf sowie in den umliegenden Gemeinden Kleinwolmsdorf, Ullersdorf, Kleinerkmannsdorf und Rossendorf werden von uns bewirtschaftet. Außerdem finden Sie uns in Arnsdorf, Wallroda, Fischbach, Lotzdorf und Liegau. 

Reichlich zwei Drittel unserer Flächen nutzen wir für den Anbau von Futter für unsere Tiere. Der andere Teil wird für den Anbau von Marktfrüchten genutzt, die unabhängig von der Tierhaltung verkauft und in nachgelagerten Betrieben zu unseren täglichen Nahrungsmitteln verarbeitet werden.

Anders als im Stall begrenzt sich ein Großteil der Arbeitserledigung hier witterungsbedingt auf die Zeit von März bis November. 

Mit dem Beginn des Langtages nehmen auch die Mitarbeiter der Pflanzenproduktion ihre Arbeit auf. In erster Linie heißt das salopp gesagt Hinknien, Augen auf und einschätzen wie die Pflanzen die kalte Jahreszeit überstanden haben. Wie ist der Feldaufgang zu beurteilen und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit sich der grüne Teppich, der die Felder im Moment noch überspannt, zu ertragreichen Beständen entwickelt?


Bedarfsgerechte Pflanzenernährung und Pflanzenschutz nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis

Die Düngung unserer Pflanzen erfolgt nach Bedarf. Diesen ermitteln wir aus dem individuellen Anspruch der Pflanzen und den bereits im Boden vorhandenen Nährstoffen. Unter Einsatz des N-Testers messen wir die Chlorophyllkonzentration im Getreideblatt, welche vom Stickstoffgehalt der Pflanze abhängt und Untersuchungen von Bodenproben zeigen uns die bereits im Boden befindlichen Nährstoffe. Mit Hilfe dieser beiden Kennzahlen und unter Berücksichtigung weiterer Parameter, wie der Höhe des erwarteten Ertrages, leiten wir Düngeempfehlungen für die einzelnen Flächen ab.

Für die Umsetzung der Düngung nutzen wir vorrangig unseren eigenen Dünger - die Gülle aus der Milchviehhaltung bzw. Gärrest aus der Verarbeitung von Gülle zu Biogas. Diese haben einen besonderen Wert, denn sie führen die wichtigen Nährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium und Schwefel sowie Spurenelemente zu und verbessern durch den Gehalt an organischen Substanzen die Bodenfruchtbarkeit. Außerdem verwenden wir mineralische Düngemittel (die zum Teil auch mit der Pflanzenschutzspritze ausgebracht werden). Die Regulierung des pH-Wertes im Boden erfolgt über die, in die Fruchtfolge eingebundene Ausbringung von Kalk.

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln arbeiten wir nach dem Grundsatz des integrierten Pflanzenschutzes. Dieser setzt sich zusammen aus:

  • vorbeugenden Maßnahmen, wie durchdachten Fruchtfolgen und die Gesunderhaltung der Pflanzen durch bedarfsgerechten Dünger 
  • einer genauen Beobachtung und Einschätzung der Feldbestände, den sogenannten Bonituren
  • individuellen Bekämpfungsmaßnahmen, wie der mechanischen Unkrautregulierung, aber auch dem Einsatz von zielartspezifischen chemischen Pflanzenschutzmitteln
  • Erfolgskontrollen

Und dann ist es soweit - der Sommer ist da. Die Erntezeit!

Natürlich wird auch im Verlauf des Frühjahrs geerntet. In drei bis vier Schnitten wird das frische Gras gehäckselt von den Flächen geholt und in Form von Anwelksilage für die ganzjährige Fütterung eingelagert. 

Jedoch ist es jedes Jahr wieder eine wahre Freude das Leuchten in den Augen der Mitarbeiter zu sehen, wenn mit einem positiven Ergebnis beim Messen der Getreidefeuchte der Startschuss für die Getreideerntekette gegeben wird. Für ein paar wenige Wochen heißt es dann fast rund um die Uhr Dreschen, Abfahren und letztendlich auch Verkaufen.

Während der Ernte werden kontinuierlich flächenspezifische Daten ermittelt, die eine Kartierung der Erträge in den einzelnen Bereichen ermöglichen. Die fertigen Karten zeigen uns, an welcher Stelle des Schlages wieviel geerntet wurde. Niedrigertragszonen können so schnell erkannt und als Grundlage für Entscheidungen zukünftiger Bewirtschaftungsmaßnahmen genutzt werden.


Der Ausklang der Saison mit den Vorbereitungen für das nächste Jahr.

Während ein Teil der Mitarbeiter die abgeernteten Flächen bereits durch das Einarbeiten der Stoppeln sowie die Saatbettbereitung für die anschließende Wiederbestellung vorbereitet und die Winteraussaat zum Teil auch schon stattgefunden hat, kümmert sich der andere Teil der Mitarbeiter am Ende der Saison noch einmal um die Futterernte. Die Maispflanzen werden gehäckselt und wie zuvor das Gras in großen Flachsilos angewalzt und unter Sauerstoffabschluss konserviert.


 Unterstützt werden unsere Mitarbeiter bei all ihren Arbeiten von verschiedener Technik.

E-Mail
Anruf
Karte
Infos
Instagram