Bewegung auf den Feldern – das passiert derzeit auf unseren Äckern 

Juni 2021: Naturschutz hautnah!

Vor dem Grünschnitt auf unseren Wiesen in Kleinwolmsdorf haben wir durch die Drohnenstaffel des ASB Dresden & Kamenz die Flächen auf Reh-Nachwuchs prüfen lassen. Dabei wurde dieses kleine Kitz gefunden und konnte gerettet werden.
Ein herzliches Dankeschön für den Einsatz auch an die Jagdpächter Kleinwolmsdorf, die tatkräftig zur Seite standen!

Nun können wir beruhigt die längst überfällige Grasmaht und anschließende Gärrestausbringung angehen. 


Überhaupt waren die vergangenen Wochen geprägt durch den Schutz von Tier und Pflanze. Gegenüber der Einfahrt zu unserem Hofladen haben wir einen Blühstreifen angelegt, auf dem nun endlich - wenn bisher auch noch wenige Blüten - doch zumindest die ersten Pflänzchen zu sehen sind. Vor allem die kalten Nächte führten zu dieser Verzögerung. 

Etwas wärmere Temperaturen zum Wachsen benötigt auch der Mais. Als bekannter Vertreter der C4-Pflanzen bindet er Kohlenstoffdioxid besser als C3-Pflanzen. Sobald es warm und lange genug hell ist, kann man ihm fast schon beim Wachsen zusehen. Und da heißt es dann: Schnell sein! Denn nicht nur der Mais, auch das Unkraut erobert die Felder. "Die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln beim Mais ist auf Grund der pflanzeneigenen wachsartigen Schutzschicht bis zum Wachstumsstadium von 2 Laubblättern möglich und sinnvoll", so Michael Forker.

Michael Forker ist bei uns im Unternehmen einer der Profis auf dem Gebiet Pflanzenschutz und Leiter der Pflanzenproduktion. Mit Argusaugen überwacht er draußen auf den Feldern die Entwicklung der Plänzchen und prüft die Befalldichte. Erst bei Erreichen einer bestimmten Schadschwelle werden chemische Pflanzenschutzmittel maßvoll eingesetzt. In den vergangenen Wochen erhielt das Getreide eine Fungizid-Behandlung. Maßvoll bedeutete in diesem speziellen Fall: ca. 3-4 l Wirkstoff werden mit 200 l Wasser vermengt und auf 1 ha Acker ausgebracht (oder in kleinerem für mich besser verständlichen Maßstab: 1 TL Wirkstoff wird in 1 Glas Wasser aufgelöst und auf einer Fläche von ca. 12,5 m² bzw. 4 Doppelbetten verteilt). 

Welche Wirkstoffkombination am besten geeignet ist, wann man diese einsetzt und in welcher Konzentration verraten bestimmte Fachbücher. Um diese dicken Wälzer zu verstehen und richtig anwenden zu können, benötigt man per Gesetz einen alle 3 Jahre zu erneuernden Sachkundenachweis Pflanzenschutz. Generell ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln an die weltweit strengsten gesetzlichen Regelungen gebunden. Z.B. ist der Zeitraum vom Beginn der Wirkstoffentwicklung bis zur Zulassung mit etwa 12 Jahren genauso lang und stark kontrolliert, wie die Entwicklung eines neuen Arzneimittels.

Übrigens enthält keine der bei uns eingesetzten Mittel den Wirkstoff Glyphosat!


April 2021: Der Kiebitz ist wieder da!

Seit einigen Jahren besucht der Kiebitz ab und zu unsere Felder. Und auch dieses Jahr ist er wieder da!

Der Kiebitz ist unverkennbar mit seiner abstehenden Federholle am Hinterkopf, seiner schwarz- metallisch-grünlich schimmernden Oberseite und weißen Unterseite mit schwarzem Brustband.

Häufig hört man ihn in der Nähe von Nassstellen rufen, wie kie-wi als Kontaktlaut und chä-chuit, wit-wit-wit-wit sowie chiu-witt während des Fluges.

Eigentlich bevorzugt er offenes, flaches und feuchtes Grünland. Ist dies nicht zu finden, wählt er auch brach liegende Nassstellen auf Äckern, brütet dort aber nicht so erfolgreich.

Für uns bedeutet so ein Fall, die sofortige Einstellung der Bearbeitung dieses Gebietes.

Denn der Kiebitz gilt als stark gefährdet.

Trifft der Kiebitz bei uns auf, erhalten wir eine Information von der Unteren Naturschutzbehörde in der Zusammenarbeit mit der Vogelschutzwarte Neschwitz. Brutplätze sind von jeglicher Störung frei zu halten.

Die Tiere reagieren sehr empfindlich auf Störungen und Annähern. Im schlimmsten Fall geben die Kiebitze ihr Gelege auf, was wiederum fatale Folgen auf die zu schützende, lokale Population hat.

So hoffen wir auch dieses Jahr, dass die Kleinen in Ruhe schlüpfen und aufwachsen können. 


Stand: April 2021

"Es riecht etwas streng." - oder zu gut deutsch "Es stinkt gewaltig!" Aber warum eigentlich? 

Jetzt nach der Winterruhe ist der Nährstoffbedarf der Pflanzen besonders hoch. Wie viel Dünger wir auf die Felder ausbringen, hängt vom individuellen Anspruch der Pflanzen und den bereits im Boden vorhandenen Nährstoffen ab. Für die Umsetzung der Düngung nutzen wir vorrangig unseren eigenen organischen Dünger - die Gülle aus der Milchviehhaltung. Die Verwertung der Gülle ist nicht nur eine nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, Gülle hat auch einen besonderen Wert, denn sie führt wichtige Nährstoffe zu und erhöht durch die organischen Substanzen den Humusgehalt des Bodens. Ein Teil dieser organischen Substanzen ist leicht flüchtig und erzeugt einen unangenehmen Geruch. Zur Minderung der Geruchsbelästigung und auch zur Verringerung des Nähstoffverlustes setzen wir Technik ein, die eine bodennahe Ausbringung der Gülle sicherstellt und diese schnell in den Boden einarbeitet. 

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, den empfehlen wir folgenden Link: https://www.bauernhof.net/guelle-ist-ein-wertvoller-naturduenger/ oder diesen Beitrag auf Moderner Landwirt.


Stand: Juni 2020

In den vergangenen Wochen sind die Traktoren wieder häufig gesehene Fahrzeuge auf den von uns bewirtschafteten Feldern geworden. Wie die Bienen sind sie ausgeschwärmt und haben fleißig ihre Arbeit verrichtet.

Und das war nicht wenig:

  • Auf ca. 320 ha wurde Mais gelegt, der auch schon 4-5 Blätter aus dem Boden reckt.
  • Leider wächst auch das Unkraut, sodass hier außerdem die Unkrautbekämpfung vorgenommen werden musste. Was passiert, wenn wir nicht handeln und den Mais sich von allein entwickeln und gegen Unkräuter kämpfen lassen, zeigt eine neue Nullparzelle am Hempelsberg. Mehr zur Aktion Schau ins Feld.
  • Die Behandlung der Getreideflächen mit Fungizid und Wachstumsreglern ist abgeschlossen.
  • Etwa 3.000 t Anwecksilage wurde geschnitten und in den Fahrsiloanlagen eingelagert.
  • Anfang Mai wurde ca. 2.000 t Roggenganzpflanzsilage geerntet.
  • Auf den Feldgras- und Grünlandflächen wurden Gärreste und mineralischer Dünger ausgebracht für den anstehenden 2. Schnitt.
Nullparzelle am HempelsbergNullparzelle am Hempelsberg

Mittlerweile ist der Roggen abgeblüht und die Gerste in der Kornfüllungsphase. Anfang Juli kann wahrscheinlich die Gerstenernte erfolgen. Auch weitere Feldfrüchte werden langsam reif. Verpassen Sie es daher nicht, Ihre Bestellung für Stroh, Heu und Futterrüben bei uns aufzugeben (Tel.: 03528 489960).

Wie gut die Erträge ausfallen werden, hängt nicht nur von der richtigen Bearbeitung und Pflege, sondern auch von der passenden Sortenwahl für unseren Standort und der Pflanzendichte ab. Darüber, welche Maissorten bei welcher Pflanzendichte für unsere Flächen am besten geeignet sind, soll ein Pflanzendichterad / Sortenrad Auskunft geben, welches an der Kreuzung Bischofsweg / Kleinerkmannsdorfer Straße von der Firma Agromais angelegt wurde.

 

Stand: April 2020

Die Traktoren sind wieder unterwegs. Flächen werden für die Aussaat vorbereitet, Dünger und Pflanzenschutz wird ausgebracht und auch die Wiesen werden gepflegt.

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen nimmt der Stoffwechsel der Pflanzen wieder zu, sie beginnen zu wachsen. Nun ist erkennbar, welche Pflanzen den Herbst und Winter überstanden haben. Regulär sind wir jetzt damit beschäftigt, Dünger auf unsere Äcker zu bringen. Die Pflanzen haben nur kurze Wurzeln und brauchen die Nährstoffe als Wachstumshilfe. Gärreste aus der Biogasanlage und Gülle werden auf die Flächen gebracht. Die Wintergetreidearten (Weizen, Roggen, Gerste, Triticale) haben ihre 2. Stickstoffgabe erhalten und bei Winterroggen und Wintergerste wurde außerdem ein Wachstumsregler ausgebracht, durch den die Pflanze eingekürzt und die Halmbasis verfestigt wird.

Aber auch die Pflanzenfeinde werden mit den steigenden Temperaturen aktiv. Der Rapsglanzkäfer zum Beispiel befällt die geschlossenen Blütenknospen, was durch die Verletzung der Fruchtknoten zu Ertragsausfällen führt. In der Knospungsphase ist er somit für den Raps gefährlich, in der Blütephase kann man ihn als Bestäuber zu den Nutztieren zählen. Unser Raps steht kurz vor der Blüte und die Schadschwelle (Befallsdichte, ab der eine Bekämpfung wirtschaftlich sinnvoll ist) durch den Käfer ist noch nicht erreicht. Die Ausbringung eines Pflanzenschutzmittels ist somit aktuell nicht notwendig. Anders ist die Lage bei der Wintergerste – hier mussten wir ein Fungizid gegen Zwergrost spritzen. Mehr zum Thema Pflanzenschutz erfahren Sie hier

Beim Grünland fanden in den vergangenen Wochen Pflegemaßnahmen in Form von schleppen, walzen und striegeln statt. Schleppen verteilt Maulwurfshaufen und Pferdeäpfel, ebnet Tritt- und Fahrspuren ein und regt die Gräser zum Austreiben an. Verfilztes und abgestorbenes Pflanzenmaterial wird beim Striegeln ausgekämmt und flachwurzelnde Gräser werden ausgeharkt. Dadurch wird die Grasnarbe durchlüftet. Das abschließende Walzen drückt die oberste Bodenschicht mit der hochgefrorenen Grasnarbe wieder an und wirkt ertragssteigernd, da es wertvolle Obergräser wie Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe oder Wiesenschwingel fördert und unerwünschte Pflanzen wie Distel, Wiesenkerbel oder Bärenklau zurückdrängt.

Gülle ausbringen

Daneben werden die übrigen Flächen für die Maisaussaat vorbereitet indem Gärreste ausgebracht werden. Mit einer Ausnahme: auf einer unserer Flurstücke wurden Brutreviere des Kiebitz festgestellt. Dieser Bereich wird bei der Bewirtschaftung ausgespart. Kiebitze sind Bodenbrüter, gelten als vom Aussterben bedrohte Art lt. Roter Liste SN, Kategorie 1 der Brutvögel in Deutschland und zählen zu den gesetzlich streng geschützten Tierarten.

Bevor die ersten Ernten eingefahren werden können, werden nun die Fahrsiloanlagen zur Einlagerung des gehäckselten Grünschnittes vorbereitet – sie werden mit Hochdruckreinigern gereinigt und anschließend mit Silolack versiegelt. 


Stand 23.10.19 

Verfahren bei Winterroggen, Winterweizen und Wintergerste:

Unser Wintergetreide wächst nicht allein auf dem Feld, sondern steht im harten Konkurrenzkampf mit Unkraut um Wasser, Nährstoffe und Licht. Aus diesem Grund muss der unerwünschte Wuchs bekämpft werden. Richtig dosiert werden die Mittel Bacara Forte und Pointer SX bzw. Cleanshot auf den Feldern ausgebracht. Zur Stärkung werden unsere Pflanzen anschließend noch mit Micronährstoff Mangan gedüngt.


Stand 15.10.19

Stärkung der Rapspflanzen:

Damit der Raps die Winterperiode gut übersteht, wird er mit Bor und Mangan gestärkt. Um ein Überwachsen der Bestände zu verhindern und die Winterfestigkeit zu verbessern, setzen wir Wachstumsregler ein - z.B. Toprex von der Firma Syngenta.

Je nach Zustand der Flächen entscheiden wir individuell der Ausbreitung von Unkräutern, wie z.B. Kornblumen Einhalt zu bieten. Dazu nutzen wir Herbizide, wie z.B. das Mittel Runway. Alle hier beschriebenen Mittel werden in einer Anwendung ausgebracht.