Bewegung auf den Feldern – das passiert derzeit auf unseren Äckern 

April 2022:

Die Traktoren sind wieder unterwegs. Flächen werden für die Aussaat vorbereitet, Dünger und Pflanzenschutz wird ausgebracht und auch die Wiesen werden gepflegt.

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen nimmt der Stoffwechsel der Pflanzen wieder zu, sie beginnen zu wachsen. Nun ist erkennbar, welche Pflanzen den Herbst und Winter überstanden haben. Regulär sind wir jetzt damit beschäftigt, Dünger auf unsere Äcker zu bringen. Gärreste aus der Biogasanlage und Gülle werden auf die Flächen gebracht.
Alle Getreide erhalten Spurennährstoffe und außerdem einen Wachstumsregler, durch den die Pflanze eingekürzt und die Halmbasis verfestigt wird.

Standorte, auf denen noch nie oder seit mehr als 8 bis 10 Jahren keine Lupinen angebaut wurden, werden mit dem Bakterienstamm Bradyrhizobium lupini geimpft. Lupinen leben wie alle Leguminosen in Gemeinschaft (Symbiose) mit diesen Sticksoff fixierenden Knöllchenbakterien und versorgen sich hierüber weitestgehend selber mit dem Hauptnährstoff Stickstoff. Damit eine ausreichende Besiedlung und Infizierung der Lupinenwurzeln erfolgt, müssen genügend Bakterien im Boden vorhanden sein.

Aber auch die Pflanzenfeinde werden mit den steigenden Temperaturen aktiv und das Unkraut beginnt zu sprießen. Mehr zum Thema Pflanzenschutz erfahren Sie hier

Beim Grünland fanden in den vergangenen Wochen Pflegemaßnahmen in Form von schleppen, walzen und striegeln statt. Schleppen verteilt Maulwurfshaufen und Pferdeäpfel, ebnet Tritt- und Fahrspuren ein und regt die Gräser zum Austreiben an. Verfilztes und abgestorbenes Pflanzenmaterial wird beim Striegeln ausgekämmt und flachwurzelnde Gräser werden ausgeharkt. Dadurch wird die Grasnarbe durchlüftet. Das abschließende Walzen drückt die oberste Bodenschicht mit der hochgefrorenen Grasnarbe wieder an und wirkt ertragssteigernd, da es wertvolle Obergräser wie Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe oder Wiesenschwingel fördert und unerwünschte Pflanzen wie Distel, Wiesenkerbel oder Bärenklau zurückdrängt.

Daneben werden die übrigen Flächen für die Maisaussaat vorbereitet indem Gärreste ausgebracht werden.

Oktober 2021: 

Mit dem Beginn der Maisernte vorletzte Woche ging ein wahrer Erntemarathon in die vorletzte Phase. Personalengpässe und witterungsbedingte Verzögerungen (u.a. auch bei der Reife verschiedener Erntegüter) haben uns dieses Jahr vor nicht wenige Herausforderungen gestellt.

Dabei kam ein gemieteter Mähdrescher zum Einsatz. Mit einer Mähbreite von 12,50 m ist er in der Lage, fast doppelt so viel Erntegut einzufahren wie unsere bisherigen genutzten Fahrzeuge.

Dieses Jahr haben wir erstmalig Weiße Lupine eingeholt und hier einen Ertrag von ca. 40 dt /ha erzielt.

Auch bereit zur (Selbst)Ernte sind die Futterrüben. Es wurden alle Parzellen bereits verkauft.

„Nach der Ernte ist vor der Ernte“ – Raps und Winterroggen wurden gedrillt und beim Winterweizen und der Wintergerste ist die Aussaat im vollen Gange. Beim Raps wurden mit der Bekämpfung des Rapserdflohs sowie des Unkrautes die ersten Pflanzenschutzmaßnahmen in die Wege geleitet.

Bevor es Winter werden kann, stehen noch Grassilage-, Körnermaisernte, Bodenpflegemaßnahmen und die letzte Ausbringung des Gärrestes auf dem Plan.


Juli / August 2021: 

Es geht wieder los - die Getreideernte. Sobald es die Witterung und die Feuchtigkeit des Ernegutes / des Bodens zulassen, schwärmen Mähdrescher und Co. auf die Felder aus. Wer einmal einen Perspektivwechsel haben und auf die Felder durch die Windschutzscheibe des Fahrerhauses blicken möchte, für den haben wir einen kleinen Videoclip zusammengestellt. Diesen gibt es auf Facebook und Instagram zu sehen.

Auch hübsch und interessant ist die Zusammenstellung der Entwicklung unseres Blühstreifens gegenüber der Einfahrt zum Hofladen. Eine Aufstellung dazu, was da so alles blüht, geben Ihnen gern unsere Kollegen vom Hofladen.


Juni 2021: Naturschutz hautnah!

Vor dem Grünschnitt auf unseren Wiesen in Kleinwolmsdorf haben wir durch die Drohnenstaffel des ASB Dresden & Kamenz die Flächen auf Reh-Nachwuchs prüfen lassen. Dabei wurde dieses kleine Kitz gefunden und konnte gerettet werden.
Ein herzliches Dankeschön für den Einsatz auch an die Jagdpächter Kleinwolmsdorf, die tatkräftig zur Seite standen!

Nun können wir beruhigt die längst überfällige Grasmaht und anschließende Gärrestausbringung angehen. 


Überhaupt waren die vergangenen Wochen geprägt durch den Schutz von Tier und Pflanze. Gegenüber der Einfahrt zu unserem Hofladen haben wir einen Blühstreifen angelegt, auf dem nun endlich - wenn bisher auch noch wenige Blüten - doch zumindest die ersten Pflänzchen zu sehen sind. Vor allem die kalten Nächte führten zu dieser Verzögerung. 

Etwas wärmere Temperaturen zum Wachsen benötigt auch der Mais. Als bekannter Vertreter der C4-Pflanzen bindet er Kohlenstoffdioxid besser als C3-Pflanzen. Sobald es warm und lange genug hell ist, kann man ihm fast schon beim Wachsen zusehen. Und da heißt es dann: Schnell sein! Denn nicht nur der Mais, auch das Unkraut erobert die Felder. "Die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln beim Mais ist auf Grund der pflanzeneigenen wachsartigen Schutzschicht bis zum Wachstumsstadium von 2 Laubblättern möglich und sinnvoll", so Michael Forker.

Michael Forker ist bei uns im Unternehmen einer der Profis auf dem Gebiet Pflanzenschutz und Leiter der Pflanzenproduktion. Mit Argusaugen überwacht er draußen auf den Feldern die Entwicklung der Plänzchen und prüft die Befalldichte. Erst bei Erreichen einer bestimmten Schadschwelle werden chemische Pflanzenschutzmittel maßvoll eingesetzt. In den vergangenen Wochen erhielt das Getreide eine Fungizid-Behandlung. Maßvoll bedeutete in diesem speziellen Fall: ca. 3-4 l Wirkstoff werden mit 200 l Wasser vermengt und auf 1 ha Acker ausgebracht (oder in kleinerem für mich besser verständlichen Maßstab: 1 TL Wirkstoff wird in 1 Glas Wasser aufgelöst und auf einer Fläche von ca. 12,5 m² bzw. 4 Doppelbetten verteilt). 

Welche Wirkstoffkombination am besten geeignet ist, wann man diese einsetzt und in welcher Konzentration verraten bestimmte Fachbücher. Um diese dicken Wälzer zu verstehen und richtig anwenden zu können, benötigt man per Gesetz einen alle 3 Jahre zu erneuernden Sachkundenachweis Pflanzenschutz. Generell ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln an die weltweit strengsten gesetzlichen Regelungen gebunden. Z.B. ist der Zeitraum vom Beginn der Wirkstoffentwicklung bis zur Zulassung mit etwa 12 Jahren genauso lang und stark kontrolliert, wie die Entwicklung eines neuen Arzneimittels.

Übrigens enthält keine der bei uns eingesetzten Mittel den Wirkstoff Glyphosat!


April 2021: Der Kiebitz ist wieder da!

Seit einigen Jahren besucht der Kiebitz ab und zu unsere Felder. Und auch dieses Jahr ist er wieder da!

Der Kiebitz ist unverkennbar mit seiner abstehenden Federholle am Hinterkopf, seiner schwarz- metallisch-grünlich schimmernden Oberseite und weißen Unterseite mit schwarzem Brustband.

Häufig hört man ihn in der Nähe von Nassstellen rufen, wie kie-wi als Kontaktlaut und chä-chuit, wit-wit-wit-wit sowie chiu-witt während des Fluges.

Eigentlich bevorzugt er offenes, flaches und feuchtes Grünland. Ist dies nicht zu finden, wählt er auch brach liegende Nassstellen auf Äckern, brütet dort aber nicht so erfolgreich.

Für uns bedeutet so ein Fall, die sofortige Einstellung der Bearbeitung dieses Gebietes.

Denn der Kiebitz gilt als stark gefährdet.

Trifft der Kiebitz bei uns auf, erhalten wir eine Information von der Unteren Naturschutzbehörde in der Zusammenarbeit mit der Vogelschutzwarte Neschwitz. Brutplätze sind von jeglicher Störung frei zu halten.

Die Tiere reagieren sehr empfindlich auf Störungen und Annähern. Im schlimmsten Fall geben die Kiebitze ihr Gelege auf, was wiederum fatale Folgen auf die zu schützende, lokale Population hat.

So hoffen wir auch dieses Jahr, dass die Kleinen in Ruhe schlüpfen und aufwachsen können. 


Stand: April 2021

"Es riecht etwas streng." - oder zu gut deutsch "Es stinkt gewaltig!" Aber warum eigentlich? 

Jetzt nach der Winterruhe ist der Nährstoffbedarf der Pflanzen besonders hoch. Wie viel Dünger wir auf die Felder ausbringen, hängt vom individuellen Anspruch der Pflanzen und den bereits im Boden vorhandenen Nährstoffen ab. Für die Umsetzung der Düngung nutzen wir vorrangig unseren eigenen organischen Dünger - die Gülle aus der Milchviehhaltung. Die Verwertung der Gülle ist nicht nur eine nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, Gülle hat auch einen besonderen Wert, denn sie führt wichtige Nährstoffe zu und erhöht durch die organischen Substanzen den Humusgehalt des Bodens. Ein Teil dieser organischen Substanzen ist leicht flüchtig und erzeugt einen unangenehmen Geruch. Zur Minderung der Geruchsbelästigung und auch zur Verringerung des Nähstoffverlustes setzen wir Technik ein, die eine bodennahe Ausbringung der Gülle sicherstellt und diese schnell in den Boden einarbeitet. 

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, den empfehlen wir folgenden Link: https://www.bauernhof.net/guelle-ist-ein-wertvoller-naturduenger/ oder diesen Beitrag auf Moderner Landwirt.